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 AL Voices  |  Robert Elsie

1939  |  Faik Bey KONITZA
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Faik Bey Konitza (1875-1942), Publizist und Intellektueller, war eine wichtige Figur in der albanischen Nationalbewegung. Nach der albanischen Unabhängigkeitserklärung von 1912 war er auch als Diplomat Albaniens tätig. 

In seinem epirotischen Geburtsort, Konitza, besuchte er eine türkische Grundschule. Von hier wechselte er auf das Jesuitengymnasium in Shkodra und kam erstmals mit westlicher Kultur und europäischen Ideen in Berührung. Selbst Toske, lernte er die von den Katholiken gepflegte gegische Literatur kennen. Später wechselte Konitza auf das französischsprachige Gymnasium im Istanbuler Stadtteil Galata. 1890 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er 1892 in Carcassonne sein Abitur machte und anschließend an der Universität Dijon Romanistik studierte. Nach dem Abschluss zog er nach Paris, wo er Altfranzösisch, Griechisch und Latein studierte. Konitza beendete seine Studien 1896 mit einem Aufenthalt an der Harvard University in den Vereinigten Staaten.

Der junge Konitza war nun Polyglott, beherrschte nicht nur Albanisch und Französisch in Wort und Schrift, sondern wusste sich auch auf Türkisch, Englisch, Deutsch und Italienisch auszudrücken. Die Studienzeit im Westen hatte auch Konitzas politisches und philosophisches Denken stark beeinflusst.

Ab 1895 verfasste Konitza für französische Zeitungen etliche Artikel über Albanien. Im September 1897 zog er nach Brüssel, wo er die für Albanien wichtige Monatszeitschrift “Albania” gründete. Die zweisprachige “Albania” war nicht nur der albanischen Diaspora in West- und Mitteleuropa, sondern war auch den Diplomaten der Großmächte eine wichtige Informationsquelle über die Verhältnisse in Albanien. 1902 zog Konitza nach London, wurde Herausgeber der “Albania,” bis er 1909 in die Vereinigten Staaten ging.

 

Albanische Truppen in Tirana, 1939.

Konitza ließ sich zunächst in Boston nieder. Dort wurde er Herausgeber der von Fan Noli begründeten albanischen Zeitung “Dielli”, ein Organ der Kulturvereinigung “Vatra”. 1912 wurde er Generalsekretär dieser für die albanische Nationalbewegung wichtigen Vereinigung.

1912 reiste Konitza nach London, um im Namen der “Vatra” die Belange Albaniens bei der Botschafterkonferenz zu vertreten. Er konnte seine früheren, in der britischen Hauptstadt geknüpften, Kontakte zur Geltung bringen. Am 29. Juli 1913 erkannte die Botschafterkonferenz Albanien als autonomes Land unter der Oberhoheit des Sultans an.

Zurück in den USA wurde Konitza 1921 zum Präsidenten der “Vatra” gewählt und nahm seine publizistische Tätigkeit wieder auf. 1926 ernannte ihn der Diktator Ahmet Zogu (1895-1961) zum albanischen Botschafter in Washington. Er blieb auf diesem Posten, bis Albanien im April 1939 von Italien besetzt wurde. Konitza starb in Washington im Dezember 1942 und wurde auf dem Forest Hills Cemetery in Boston beigesetzt. Nach dem Ende des Kommunismus in Albanien wurden seine Gebeine nach Tirana überführt.

Diese Tonaufnahme in englischer Sprache ist wohl die einzigste von Faik Bey Konitza. Es handelt sich um ein kurzes Interview mit der National Broadcasting Company (NBC), in dem Faik Bey, als Botschafter Albaniens in Washington, zur italienischen Eroberung seines Heimatlandes Stellung nimmt. Eine Kopie dieser Aufnahme ruht im Archiv der Voice of America in Washington.

 

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